Stories

Crazy sexy Dating Teil 2

Posted On Oktober 26, 2016 at 10:53 am by / 2 Comments

Wer immer noch glaubt Frauen wollen immer gleich eine Beziehung und sehen in jedem Mann mit dem sie das Bett teilen gleich den potentiellen Ernährer ihrer Kinder, dem sei gesagt: aufwachen bitte! Die Mitgliedschaft im Golfclub oder das Büro mit 20 Mitarbeitern ist ein nice to have, zählt aber nicht bei einer Frau, die zu sich steht, Freude an ihrem Körper und an ihrem Leben hat und genau das intensivieren und verstärken möchte. Einfühlungsvermögen, Fantasie, Spontanität, ein gut trainierter Körper und ja (!) Potenz zählen da mehr als die schwarze Amex und der Porsche vor der Tür.

Ein Dating Selbstversuch mit überraschendem Ausgang

Phase I (Teil 1)

Der Ansporn und die Initiative

Manchmal taucht die gute Fee in Verkleidung auf. Dann heißt es "Zupacken!"

Phase II (Teil1)

Experimentierphase

Augen auf beim Wunschzettel ausfüllen! Wir bekommen immer was wir bestellen, wie im Restaurant

Phase III

Klarheit und Entschlossenheit

Wer genau weiß was er will, bekommt es auch, das ist beim Daten auch nicht anders

Phase IV

Mission fullfilled

Das Universum meint es gut mit mir

Phase III: Klarheit und Entschlossenheit

Ich wechsle also die Dating-Plattform. Eine „Zur-Sache-Schätzchen“ Plattform wie Secret.de ist genau das Richtige. Hier weiß jeder von vornherein um was es geht. Es gibt im Grunde genommen die gleiche Absicht bei Jedem, nur die Spielarten wechseln. Das macht vieles leichter. Dennoch muss das nicht gleich in sein sehr technisches, regelrecht animalisches Verhalten ausarten. Zunächst wirkt aber alles sehr technisch. Ich bastle mir mal wieder meinen Mr. Right. Ich kann diesmal noch genauer einstellen was ich suche: Einen Mann, ja wir bleiben mal bei der Vorgabe, dann Körperbau, Körperhöhe, Alter natürlich, Entfernungsradius und dann kommt’s: sexuelle Vorlieben!

Hier geht es katalogmäßig weiter:  Bitte anklicken:

  • Küssen (geht´s auch ohne?)

  • Intimrasur (Ist das nicht längst Standard?)

  • Oralsex aktiv/passiv (so technisch hatte ich das noch nie betrachtet, 69 wäre dann beides?)

  • Analsex aktiv/passiv. Ich frage mich wie in einer Mann/Frau Konstellation die passive Variante beim Mann aussieht? Diese Frage klärt sich einige Episoden später als mir ein Kandidat davon berichtet, dass ihm eine Angeschriebene mit ihren Vorstellungen von einer Möhre in seinem Allerwertesten amüsiert hat.

 Dennoch wirken all diese technischen Abfragen sehr abtörnend auf mich. Offenbar gehört das aber dazu, zum data driven dating.  Man gibt sich natürlich einen Alias-Namen und wer ein Bild einstellt, kann sich eine Maske über das Gesicht legen. Diese Maske fällt nur, wenn der Angeschriebene seine „geheime Foto-Galerie“ freigibt.  Das passiert aber nur unter dem Einsatz sogenannter „credits“. Frauen bekommen anders als Männer solche Credits geschenkt. love-1216595_1920Offenbar sind auch hier wieder die Männer deutlich häufiger vertreten. Dieser Eindruck bestätigt sich direkt nachdem das Konto freigeschaltet wird: Anfragen über Anfragen, was einen Kick auslösen kann frei nach dem Motto: „Whow, was bin ich begehrt!“  und ich amüsierte mich über mich selbst, wie häufig ich in den  Posteingang schaue um zu sehen, ob sich mal wieder was Interessantes ergeben hat.  Im Safari-Browser auf dem Handy taucht jetzt das Masken-Favicon bei meinen Favoriten auf. Wer den voreingestellten Suchoptionen entspricht, darf mich anschreiben, das ist alles einstellbar. Schnell entwickelt sich eine gewisse Selektions-Routine, entscheidend sind natürlich die Bilder. Die sagen nun mal mehr als tausend Worte. Stimmt dann noch der Ton in der Ansprache, kann man -wie bewährt- den Kanal wechseln und sich schließlich zu einem Treffen verabreden. Männer mit Verliebungs-Potential scheiden von vornherein aus. Klarheit in der Absicht ist wesentlich.

Ich treffe mich mit Kandidat Nr. 1 aus Phase III auf dem Weinfest in Frankfurt. Guter Ort für eine erste Live-Gegenüberstellung. Wieder entscheiden die ersten Sekunden: Moment hier stimmt was nicht! Ich bin sofort irritiert und frage mich, warum man meine klar und deutlich formulierten Wunschvorstellungen missachtet. Der Kerl hat sich doch glatt einige Jahre jünger gemacht in seinem Profil. Das ärgert mich natürlich und ich fühle mich veräppelt.

 

Sexuelle Anziehung ist keine Frage des Alters, wohl aber des Mindsets. Wer mir von seinem erfolgreichen Aktivitäten im Baufinanzierungsgeschäft erzählt und gleichzeitig erwähnt wie schön es doch ist, dass sein Golfclub so gerade um die Ecke liegt, dessen Eros geht in meiner persönlichen Bewertungsskala gegen null. Ehrlichkeit ist essenziell beim Daten. Wer Bilder einstellt, die schon Jahre alt sind oder beim Gewicht schummelt, der programmiert Enttäuschungen vor. Großer Fehler!

Diese Enttäuschung schwang möglicherweise noch beim nächsten Date ein bisschen mit. Jedenfalls hatte ich überhaupt keine Lust mich herauszuputzen und erscheine im vereinbarten Café in Jeans-Hotpants, weißem Polo-T-Shirt und Turnschuhen. Ich beobachtete eine gewisse Dating-Müdigkeit bei mir und überlegte schon ob ich nicht mal eine Pause einlegen sollte. Und da meldete sich das Universum zu Wort. Ich hatte schon geglaubt es macht auch mal Pause. Der Mann, den ich treffe heißt Frank und wir hatten bislang wenig miteinander geschrieben. Seine Texte waren kurz und knackig und das gefiel mir. Natürlich gefiel mir auch sein Bild und er entsprach meinen voreingestellten Angaben. Dennoch war meine Erwartungshaltung ganz gering. Wir begrüßen einander höflich mit Küsschen links und rechts und fangen an uns zu unterhalten. Später wird er mir berichten, dass er sich in der ersten halben Stunde dachte:

5 Euro Gutschein

-

ORION - 100% Erotik - auch zu Weihnachten!

 

 

"Ok, wir unterhalten uns ein bisschen, dann fährst du noch für eine Stunde ins Büro und das war’s!“

leolita-8Ich habe ziemlich deutlich gemacht, dass mich das alles nicht begeistert und  zwar nicht nur wegen des betont sportlichen Outfits. Wir wandern der spätsommerlichen Sonne nach und wechseln den Tisch, es wir eine zweite Latte bestellt, das Gespräch wird immer besser.  Irgendwann fällt mir auf, dass Frank eine sehr angenehme Stimme hat, eine sehr sexy Stimme. Seine Erzählungen drehen sich zumeist um den Job,  auch er ist ein global Player, leitet ein Projekt mit Teams in Asien, USA und Europa. Es ist seine feine, zurückhaltende Art gepaart mit dieser Präzision und Bestimmtheit, die mich unbemerkt mehr und mehr fasziniert.  Ich achte immer sehr Augen und Hände. Sexy sind Hände, die das Gesagte unterstreichen, die feingliedrig sind. Feiner Witz, klare Augen, gepaart mit scharfem Intellekt, ich entdecke immer mehr was mir gefällt.  Nach über drei Stunden, die mir wie eine vorkommen und einem Glas Sekt wäre ich ohne mit der Wimper zu zucken mit diesem Mann in einem Hotelzimmer verschwunden.

 

Dessous, Corsagen und Korsetts im Zugeschnürt-Shop

 

 

 

Phase IV: Mission fullfilled

Wir verabreden uns später über WhatsApp zum zweiten Treffen. In einem Hotel. Nach diesem Nachmittag auf der Sonnen-Terrasse ist uns beiden klar: Wir wollen den nächsten Schritt gehen. Es ist eine Verabredung zum Sex. Für mich ein absolutes Novum. Für ihn nicht. Vielleicht hat gerade das den Reiz an dieser Geschichte nochmal erhöht als ich eine Woche später von einem Termin in Köln kommend, nach Frankfurt gefahren bin, mich an einer Tankstelle frisch gemacht habe, in ein rotes Etuikleid geschlüpft bin, die High-Heels an und den Slip ausgezogen habe. Möglicherweise war es sein Charme, der mich an den jungen Ben Kingsley erinnerte, jedenfalls hatte ich  eine erbarmungslose Entschlossenheit in mir als ich in diesem Aufzug und klopfendem Herzen an die Türe des Hotelzimmers klopfte. Es ist die unbelastete Frische des Augenblicks, das Losgelöst von Allen sein, das den Nährboden für das Unvorhergesehene schafft. Wir hatten uns zwischenzeitlich durch intensives Sexting aufeinander eingestimmt, heiß aufeinander gemacht. Dennoch war dieser Moment für mich gewaltig, neu, aufregend und trotzdem unausweichlich.

 

 Ja, wir hatten uns über eine Sex-Plattform kennengelernt, ja wir haben uns schlicht und ergreifend zum Sex verabredet, ja das passiert ständig und überall, nichts von alledem ist in irgend einer Weise ungewöhnlich. Es treffen zwei Menschen aufeinander, die beide ein sexuelles Abenteuer suchen.  Nichts Ungewöhnliches also.

Mein Sexualleben war bis dahin ganz und gar nicht unbefriedigend. Nach meiner Ehe mit einem leidenschaftlichen Mann hatte ich eine langjährige Beziehung zu einem Italiener, der dem Ruf seiner Landsleute im Bett keine Schande bereitete. Auch danach fehlte es nicht an gutem, erfüllenden und leidenschaftlichen Sex. Dennoch war das, was an diesem Nachmittag in diesem Hotel passierte etwas ganz anderes und wunderbares.  Mit dem Mann, der mir das unanständige und höchst entzückende Angebot machte ihn am helllichten Nachmittag in einem Hotelzimmer aufzusuchen um mit ihm Sex zu haben, und den ich kaum kannte, bestieg ich eine „Bubble“ ohne Raum und ohne Zeit. Es kann sein, dass es genau diese Umstände waren, die diesen wunderbaren Zustand herbeiführten, dieses sich von seiner üblichen Welt verabschieden. Von meinem Vorhaben wusste niemand etwas außer einem sehr engen Freund, der auch gleich zwei Kontrollanrufe ins Hotelzimmer tätigte (sehr zu empfehlen!), ansonsten war es mein Geheimnis. Ob es daran lag, oder ob das Universum mir was schenken wollte: ich weiß es nicht und es ist war mir auch egal. Jedenfalls erlebte ich wie unsere beiden Körper in höchster Ekstase ineinander verschmelzten, wir uns dabei total vergessen, Lust in höchster und reinster Form erleben. Es gibt nur diesen Moment, das  Entzücken, das sich aufeinander einlassen ohne Wenn und Aber. Es gibt keine Koketterie, keine Strategie, kein Zurückhalten, es gibt nur dieses ungefilterte, intensive Erleben und Auskosten bis in die höchste Stufe der Verzückung. Als wir eine Weile schwer atmend und völlig verschwitzt und eng ineinander verschlungen da gelegen haben, finde ich irgendwann meine Stimme wieder und sage:

„So etwas wie jetzt gerade erlebst du nicht mit Jemandem, mit dem du einen Bausparvertrag abbezahlst.“  

leolita-11Wir müssen beide lachen. Ich konnte es nicht anders auf den Punkt bringen. Für mich war es wie ein Stückchen aus dem Himmel gebissen. Wir sind uns beide darüber einig, dass wir großes Glück miteinander haben und großes Glück mit dem haben, was wir miteinander erleben, daher geht die Reise weiter. In unserer „ Bubble“ spielt das Draußen keine Rolle. Weder Jobs noch Familie noch Verpflichtungen. Es zählt der Augenblick. Wir erkämpfen uns diese Zeitfenster jeder für sich. Und dann gibt es keine Kompromisse. Diese Zeit gehört uns. Letztens hatten wir acht Stunden für uns. Eine Freundin, die ich mittlerweile eingeweiht habe sagte: „Man kann nicht acht Stunden nur Sex miteinander haben!“ „Doch, das kann man! Mit nur ganz kurzen Pausen!“ 

 

 

-

 

 

Wir erlebten Lust und Ekstase in höchster Form, losgelöst von Raum und Zeit

 

 

-

 

 

Wir kreieren uns diese Momente der Leichtigkeit wie einen gut abgestimmten Cocktail und sind uns dessen bewusst, dass wir uns nicht ineinander verlieben dürfen. Sonst würden wir sofort anfangen über den Augenblick hinaus zu denken. Und diese Leichtigkeit ginge verloren. Zu diesem Cocktail gehört Respekt, Vertrauen, Experimentierfreude und Fantasie. Wir spielen miteinander.

 

 

 

____________

 

Wenn dieses Orchester in vollen Tönen spielt, wird "Freude schöner Götterfunken" zur seichten Melodie!

 

____________

 

Jede Frau, die intensive klitorale Orgasmen erlebt kennt dieses süße Entzücken, wenn man sich oben auf der Welle befindet, der Welle die kurz vor dem Brechen ist, dieses ständiger hin und her zwischen „Ich halt das nicht mehr aus“ und „Es möge nie mehr aufhören!“ ständig hin und her, eine schier unerträgliche Süßigkeit, die sich Auflösen möchte nur um dann noch intensiver in die nächste Woge der Verzückung überzugehen.  Ich nenne das „Knocking on heavens door“ und ich schwöre bei Gott, dass es Momente gab, in denen ich dafür gestorben wäre nur um es wieder zu erleben. Solche Zustände verdanken wir Frauen unserem Orchester. Im Gegensatz zu Männern, die ein Instrument spielen, haben wir ein ganzes Orchester zur Verfügung. Und wenn dieses Orchester in voller Harmonie und Klangkraft in allen Tönen zusammenspielt, dann ist „Freude schöner Götterfunken“ eine seichte Melodie dagegen.

Wenn nun ein Mann, in der Annahme sein Stengel sei der größte Quell der Lust für seine Liebste, und er könne diese noch dadurch steigern, dass er in sie eindringt, dann macht er einen fatalen Fehler.

"Es ist es so, als genieße man ein Zitronen-Sorbet, das mit eiskaltem Champagner übergossen wurde, und plötzlich wird es zur Bratwurst mit Senf."

Das ist nicht gewünscht. Doch mit Frank war es anders. Es blieb das Sorbet.  Jahrelang hielt ich den vaginalen Orgasmus für eine Mär. Im Grunde ein Politikum. Wie kann man annehmen, dass im gleichen Organ, aus dem Babys geboren werden gleichzeitig so viele Nervenenden zusammenlaufen, dass ein Orgasmus auslöst wird? Das Wesentliche und überaus große Organ, die Klitoris mir ihrem Kopf, Schenkeln und Schwellkörpern fehlte lange Zeit selbst in medizinischen Lehrbüchern. Als wolle man nicht wahrhaben, dass das größte Lustempfinden der Frau losgelöst vom männlichen Zutun sein kann. Studien sagen nur acht Prozent aller Frauen seien überhaupt in der Lage so etwas wie einen vaginalen Orgasmus zu erleben und meistens auch nur deswegen, weil letztendlich die Anatomie beim Geschlechtsakt die klitorale Stimulation begünstige. Soweit die Theorie. Im Praktischen verlassen wir in unserer Bubble möglicherweise den Planeten und dort gelten andere Regeln. Das Universum schert sich nicht um Anatomie oder Konstellationen, sondern freut sich darüber dass zwei Erdenbewohner das Raum-Zeit Kontinuum verlassen und den Sex ihres Lebens haben. Und das alles passiert nur weil zwei Menschen in einer Datenbank ein Match bildeten!

-wird fortgesetzt -

2 thoughts on “Crazy sexy Dating Teil 2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.